Presseklatsch
31.05.2005





General-Anzeiger, 31.05.2005

Ein musikalisches Menü mit "SixPänz"

Die Sankt augustiner Formation singt an zwei Abenden im Haus Menden
"à la carte". Publikum gestaltet das Programm im Internet mit


VON STEFAN STRÖTGEN

A cappella mit Witz ist in, wie die Formationen "Wise Guys", "Basta" und Co. zeigen. Bei genauerer Betrachtung fällt allerdings auf: Der Frauenanteil bewegt sich nahe Null. Gleichberechtigung hat dagegen die sechsköpfige Augustiner Gruppe "Six Pänz" mit einem vorbildlichen 50-Prozent-Anteil weiblicher Mitglieder geschaffen und kann sich somit eines breiteren Klangspektrums bedienen als die Konkurrenz. Dass diese Strategie aufgeht, bewiesen sie an zwei Abenden im gut gefüllten Haus Menden mit ihrem vierten Programm "A cappella à la carte".

Hinter dem Titel verbarg sich ein Konzept: Das Publikum konnte auf der Internetseite der Gruppe per Abstimmung auf das zu verkostende Musikmenü Einfluss nehmen. Neben musikalischen Gerichten bekannter "Meisterköche", wie Freddie Mercury oder Michael Jackson, fanden sich auch eigene Kreationen. Zum Beispiel wurde "Holland in Not" mit reichlich Wasser serviert, was im Abgang eine leicht schadenfrohe Untergangsstimmung erahnen ließ. Oder wie es die sechs "Küchenchefs" ausdrückten: "Blub blub blub".

Vor jedem Gang gab es einen moderierten Aperitif, der neben Einblicken in das Küchenleben auch appetitanregend wirkte. So wurde auf schauspielerische Art und Weise von den beiden Sopranistinnen Stephanie Baudler und Susanne Karsten Lesley Gores Hit "It's my party" sozusagen "herangekellnert", was den männlichen Gästen eventuell ein wenig aufgestoßen sein mag - die Gewürzmischung unterstellte tatsächlich, Männer seien alle gleich. Nach diesem schmackhaften Mahl erstaunte es umso mehr, dass die Zuhörer nicht von professionellen Kräften bekocht wurden. Es handelte sich bei den "SixPänz" um "Hobbyköche", die im eigentlichen Leben Berufe vom Pharmaberater bis hin zur Bibliothekarin ausüben. Doch selbst ein Feinschmecker hätte selbst bei gründlichster Verkostung kein Haar in der Suppe finden können.