Presseklatsch
22.08.2006





Rheinische Post, 22.08.2006

Hüsch und Musik: "Sach ma nix"

VON MATTHIAS KNAUER

VOERDE Voll war's im Gemeindehaus Rönskenhof. In dem kleinen Kirchenraum an der Friedhofstraße in Voerde wurde einmal mehr klar, daß Hanns Dieter Hüsch nichts von seiner Anziehungskraft verloren hat. Unter dem Motto "Sach ma nix" las der Dinslakener Pfarrer Gerhard Greiner amüsante und besinnliche Texte des 2005 verstorbenen Kabarettisten und Kleinkünstlers vom Niederrhein.

Den Auftakt machten an diesem Abend aber die Gäste aus Bonn. SixPänz, sozusagen sechs "Kinder" aus dem Rheinland. Die "Acappella-Ladies und Acappella-Gentlemen" präsentierten Udo Jürgens' "Aber bitte mit Sahne" oder "Downtown" von Petula Clark. Dann begann Gerhard Greiner mit Texten seines großen Helden. Dieser erste Teil gehörte vor allem den frühen Stücken des jungen Hüsch. Und Greiner bewies in Wort und Gestus, daß er ein echter Fan ist.

Zu lauten Lachern führte vor allem Hüschs Stück über den "Hausputz". In pointierter Art und Weise schildert er dort, wie er grundsätzlich seiner Frau beim Hausputz im Wege steht. Zu allem Überfluss setzt er nicht nur die eigene Wohnung, sondern auch direkt die darunter liegende unter Wasser. Bis zur Pause gehörte die Zeit dann den SixPänz, deren letztes Stück "Holland in Not" für lachende Gesichter sorgte.

"Wort zum Sonntag"

Dann Hüschs "Wort zum Sonntag". Einer von vielen Texten, die die stille Seite Hüschs zeigten und Themen wie Armut und Ungerechtigkeit aufgreifen. Greiner zeigte auch, dass Hüsch zu den notorischen Nörglern gehörte. So sorgten die Überlegungen, wohin mit dem Teebeutel, für herzhaftes Lachen unter den Zuschauern. Aber das i-Tüpfelchen war Hüschs Beobachtung von "vier bis fünf Niederrheinern". An deren Diskussion über das Wort "Charismatiker" machte er einmal mehr deutlich, dass der Niederrheiner nix weiß, aber alles erklären kann.

Die SixPänz wollten den Abend mit dem ABBA-Stück "Thank you for the music" abschließen. Aber die Zuschauer waren zu begeistert und forderten Zugaben. Die SixPänz begeisterten erneut mit einer witzigen Textvariante von Mozarts kleiner Nachtmusik und auch Greiner trug noch einige Texte des niederrheinischen Künstlers vor. Ein wirklich gelungener, feiner Abend mit Musik und Kabarett.

Die Bonner "SixPänz" sind auch im Internet zu finden. Unter www.sixpaenz.de sind die nächsten Termine des Sextetts zu finden, das aktuelle Repertoire und auch eine unterhaltsame Geschichte zur Entstehung der Musikgruppe.