Presseklatsch
11.05.1999





Kölner Stadtanzeiger, 11.05.1999

Brüllender Löwe sorgte für Heiterkeit

Bunt gemischtes Programm kam prima an

Sankt Augustin "Quartett und mehr" - der zweite Abend des A-Capella-Festivals im Haus Menden begann mit der sechsköpfigen Formation dieses Namens, die in wechselnden Besetzungen auftrat. Die sangesfreudige Gruppe besteht seit 1998 und bietet mit zwei Sopranstimmen, jeweils einer Alt-, einer Tenorstimme und zwei Baßstimmen eine gelungene klangliche Kombinationsbreite, die sie - obwohl auch versiert in klassischen Bereichen - hier nutzten, um mehrstimmige Songs aus dem Popbereich vorzutragen.

Mit "Riders on the storm" im Quintett und "Somewhere over the Rainbow" im Quartett zeigten sie nicht nur beachtliche vokale Fähig- keiten, sondern auch eine sehr sensible Ausarbeitung des Ausdrucks, die auch in den folgenden Liebesliedem sehr weich zum Tragen kam. Für gute Stimmung und großes Gelächter sorgte der musikalische Einsatz eines afrikanischen Löwen. Insgesamt eine sehr gelungene Darbietung, die mit begeistertem Applaus belohnt wurde.

Über den Köpfen der Zuhörer, buchstäblich auf höherer Ebene, erscholl ein stimmstarkes "Doobidua", und Einzug hielt von oben nach unten auf die Bühne der große Frauenchor der Musikschule der Stadt Sankt Augustin. Seit der Gründung 1989 wird der Chor von Gabriele Fritzsche geleitet, auch diesmal wurde er von ihr, "um ein wenig Sicherheit zu geben", am Klavier begleitet.

Nachdem der Mai sangesstark begrüßt wurde, boten die Frauen eine musikalische Reise über Rußland nach Amerika, eingeflochten einige Soloeinlagen, die in der Darbietung einiger Spirituals mündete. Die altbekannte wunderschöne Melodie "Greensleeves" fügte sich gut ein in den gelungenen Repertoirequerschnitt, und unter viel Beifall zogen die Sängerinnen nach einer Zugabe diesmal mit "Schobidoo" wieder hinauf auf eine andere Ebene. Zum Abschluß dieses vielfältigen A-cappella-Treffens formierte sich die Cappella Augustina, der Freundeskreis von Liebhabern der Chormusik. Die zur Zeit fünfzehn gemischten Stimmen treffen sich seit 1993, ihr Repertoire, das sie unter Leitung von Elisabeth Stock einstudieren, umfaßt vor allem geistliche Musik, aber auch weltliche Chorsätze bis hin zu Bläck-Fööss-Liedem werden geboten. In sieben Sprachen (Kölsch inbegriffen) präsentierten sie ihre Lieder, wobei sie vor allem in den Madrigalen mit einem sehr harmonisehen, konzentrierten Chorklang überzeugen konnten - die Zuhörer waren begeistert von dieser sehr niveauvollen Aufrührung.